Unser aller Ursprung

Die vorherrschenden Theorien über den Ursprung des Universums und des Lebens haben eins gemeinsam: Sie lassen sich nicht beweisen. Jedes System hat einen Urheber, der außerhalb dieses Systems agiert. Nichts kann sich selbst schaffen oder weiterentwickeln, bevor es existiert. Und ein außerhalb des Universums agierender Urheber kann mit unseren wissenschaftlichen Methoden nicht ausfindig gemacht werden.
Die Evolutionstheorie macht demnach grundsätzlich keine Aussagen über den Ursprung von Raum, Zeit, Materie und Energie. Sie versucht lediglich zu erklären, wie sich alles möglicherweise weiterentwickelt hat, nachdem es einmal da war. Dabei wird eine “gesteuerte” Entwicklung ausgeschlossen. Materie, Energie, extrem lange Zeiträume eine schier unendliche Kette von Zufällen werden allein als Faktoren für die Entstehung aller Dinge angenommen.
Die Position des Intelligent Design hingegen stellt fest, daß das Universums in sich ein zu hohes Maß an Ordnung aufweist, das sich allein durch Zufall nicht erklären läßt. Zudem muß die Ursache für die Entstehung des Universums außerhalb des Universums liegen, da etwas noch nicht existentes weder sich selbst noch irgendetwas anderes erzeugen kann. Das hohe Maß an Abstraktion z.B. im Code der DNA legt nahe, daß der Entstehung des Universums ein hohes Maß an Intelligenz und zweckorientiertes Handeln zugrunde lag.
Der Kreationismus teilt diese Erkenntnis, geht jedoch noch einen Schritt weiter. Da der für die Entstehung des Universums verantwortliche Akteur nicht an die innerhalb dieses Systems geltenden Naturgesetze gebunden wäre, wird insbesondere auf die daraus resultierende Plausibilität des Schöpfungsberichtes z.B. in der Bibel hingewiesen. Es wird eingeräumt, daß dieser Bericht durch Beobachtungen innerhalb des Systems nicht erklärt oder gar bewiesen werden kann. Das Ziel besteht vielmehr darin, die Vereinbarkeit des Schöpfungsberichtes mit den verfügbaren wissenschaftlichen Daten aufzuzeigen.
Da sich die Wissenschaft selbst ausschließlich auf Beobachtungen innerhalb unseres Universums stützt und die Frage nach einem Urheber außerhalb nie beantworten kann, sind alle Aussagen über den Ursprung ein Ausdruck der jeweiligen Weltanschauung. Die meisten Anhänger der Evolutionstheorie sind Atheisten, die einen Urheber ausschließen. Kreationisten sind per Definition gläubige Menschen, die z.B. dem Schöpfungsbericht der Bibel folgen und Gott als persönlichen Urheber des Universums anerkennen.
Keine dieser Ansichten über einen möglichen Urheber ist wissenschaftlich; beide sind religiöser Natur. Weder die Existenz Gottes noch seine Nichtexistenz wird je experimentell bewiesen werden können.
Dennoch verlangt die Logik, daß eine der Aussagen richtig und die andere falsch sein muß. Entweder es gibt Gott, oder es gibt ihn nicht. Beide Zustände hätten entgegengesetzte, weitreichende Konsequenzen für uns. Daraus rührt der Konflikt, in dem sich beide Seiten oft unter wissenschaftlichem Deckmantel, aber dennoch mit religiösem Eifer gegenüberstehen.
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